Polizei überfährt Hund
Ihr habt es sicher alle schon durch die Medien erfahren. An Silvester hat die Polizei mit voller Absicht einen Hund überfahren. Die Begründung hierfür lautet: Wir konnten Ihn nicht von der Fahrbahn holen und einen anderen Weg sahen wir nicht.
Also ich hätte da schon einen Weg. Man hätte ihn ja auch einfach betäuben können nachdem man die bestimmt nicht stark befahrene Autobahn gesperrt hätte und ihn dann seiner Besitzerin übergeben können. Und als wäre die Tatsache nicht genug, will die Polizei nun auch den Schaden an ihrem Fahrzeug von der Besitzerin ersetzt haben. Leider Gottes sind die Polizisten noch im Recht. Denn vor dem Gesetz ist ein Hund immer noch eine Sache und kein Lebewesen.
Ich muss glaube ich nicht mehr sagen, was ich von dieser Aktion halte… Ein Artikel dazu kann hier nachgelesen werden.
am 1. Februar 2010 um 16:17 Uhr.
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Ich hab davon noch nix mitbekommen. Trotzdem ist es einfach nur noch dreist und unverschämt.
am 1. Februar 2010 um 16:31 Uhr.
So, habe ihn geändert. Jetzt müsste es gehen.
am 1. Februar 2010 um 18:33 Uhr.
Hm, ich kann gar nicht im Artikel finden dass die Polizisten “recht” bekommen?
Sicher ist es schlimm, aber ich finde man muss auch die andere Seite sehen, wenn sich da ein Verkehrsteilnehmer erschreckt und ausweicht kann auch viel passieren. Wenn es dann Tote gibt, hat keiner mehr Verständnis für die Polizisten die den Hund retten wollten.
am 1. Februar 2010 um 20:10 Uhr.
> Autobahn gesperrt
Was denn noch? Nur wegen eines entlaufenen Hundes? Da waren schon zwei Streifenwagenbesatzungen seit einer Stunde dran; hast du eine ungefähre Ahnung, was so ein Einsatz kostet?
> einfach betäuben
Wie? Der Hund rannte weg. Betäubungsgewehr fällt bei sich hektisch bewegenden Zielen aus; bei sich entfernenden Zielen erst recht. Abgesehen davon war es dunkel. (komm mir nicht mit Nachtsichtgeräten bzw. -zielfernrohren. Sowas hat keiner an einem Betäubungsgewehr. Hätte die Situation auch nicht gerettet)
Bleibt also die Situation, dass ein Hund hektisch über die BAB rennt und den Verkehr gefährdet. Vor Ort sind Polizisten, die für Hundefängerei nicht ausgebildet sind und sich mit Hunden nur begrenzt auskennen (wenn überhaupt). Es ist Nacht, noch dazu Silversternacht; es schneit und ist dunkel. Ideale Rahmenbedingungen für viele Einsätze; langfristiges Binden von Einsatzkräften sollte man also vermeiden (du hast offenbar keine Vorstellung, wie viele Leute man braucht, um eine Autobahn zu sperren. Von der Gefährdung von Einsatzkräften und Verkehrsteilnehmern mal abgesehen.).
Eine Hundefängerbereitschaft gibt es nicht. Feuerwehr, THW, DRK usw. fallen auch aus, die fangen ebenfalls keine Hunde. Ein Amtstierarzt ist nur mit mehreren Stunden Vorlauf zu bekommen.
Was hätten Sie also tun sollen?
Grüße
T.
am 1. Februar 2010 um 20:41 Uhr.
Ich bin auch im Tierschutzverein (keine angst nicht Peta).
Immerhin haben sie den Hund überfahren können also gab es wohl Momente, in denen er still hielt und stand. Abgesehen davon besteht sofort die Möglichkeit den Tierschutz und/oder den Jäger zu rufen. Dann sind auch die bekanntermassen ungeübten Poilzisten auf der sicheren Seite. Und es ist dann auf alle fälle günstiger wie 2 streifen. Ich hab tagtäglich mit Polizisten zu tun. Und die ich gefragt habe, hätten genauso reagiert wie ichs gerade beschrieben habe. Und ein Jäger (sodenn er geübt ist) kann auch bei wenig Licht mit einem Betäubungsgewehr zielen.
am 2. Februar 2010 um 09:35 Uhr.
Also Leute für einen Schwan, der auf der BAB herumläuft wird die Autobahn bis zu einer Stunde gespert und das Tier (welches ganz schön gefährlich ist) wird gefangen?
Wenn die Streife ein wenig Herz hätte, hätten die Beamten das Tier mit HERZ gefangen und nicht ermordet. Aber im Streifenwagen war es man wärmer als auf der BAB. Deswegen sollten die Beamten den Schaden am Streifenwagen aus eigener Tasche zahlen. Wenn der Streifenwagen zum Hund den tötlichen Kontakt aufnimmt, kann mir keiner sagen das die Entfernung eines tötlichen Fangschußes zu weit war. Die Kugel, wenn sie denn wirklich notgetan hätte, wäre weit aus günstiger.
am 2. Februar 2010 um 12:07 Uhr.
Das mit dem “Tierschutz rufen” ist so eine Sache, es gibt ja keine rund um die Uhr besetzte Bereitschaft (jedenfalls nicht flächendeckend). Woher soll man da jemanden bekommen?
Mel, ein Betäubungsgewehr funktioniert nur auf recht kurze Distanzen und nicht bei sich (schnell) bewegenden Zielen. Da kann der Jäger noch so geübt sein. Abgesehen davon ist “wenig Licht” wohl eine deutliche Untertreibung. Woher du die Erkenntnis nimmst, dass man nur einen stehenden Hund überfahren kann, ist mir schleierhaft. Die Schilderungen beschreiben die Situation als “Hund läuft, Streifenwagen fährt hinterher”.
Howie, du hast ganz offensichtlich noch nie mit einer Pistole geschossen. Das ist nicht wie im Film. Es wäre unverantwortlich gewesen, auf ein kleines, bewegliches Ziel in der Dunkelheit zu schiessen, noch dazu u.U. aus einem fahrenden Wagen. Das klappt nur auf RTL.
Grüße
T.
am 2. Februar 2010 um 13:24 Uhr.
Wie dem auch sei T. Wir werden oft von Polizisten zu solchen Ereignissen gerufen. Da lief es bislang immer ohne Katastrophe ab. Und wie schon oben gesagt wurde. Es geht auch anders.
am 2. Februar 2010 um 15:53 Uhr.
@Mel:
Und du bist sicher, das Leute wie Ihr (wer immer Ihr auch seid) verfügbar waren? Ich hab schon mehrere Einsätze (Feuerwehr) mit durchdrehenden Tieren erlebt; wenn da nicht zufällig der Besitzer in der Nähe ist, ist man auf sich allein gestellt (wobei die Tiere bei uns im Normalfall nicht der Auslöser des Einsatzes sind). Bei uns in der Gegend gibt es da niemanden, den ich nachalarmieren könnte.
Abgesehen davon würde ich ohne entsprechende Ausrüstung nie auf einen fremden Hund zugehen. Da geht der Eigenschutz vor. Und da weder Feuerwehr noch Polizei zum Hundefangen ausgerüstet oder gar ausgebildet sind, muss man halt improvisieren, auch wenn einem die im konkreten Fall gewählte Lösung hart erscheint.
Abgesehen kann ich aus eigener Erfahrung nur davor warnen, sich ein Urteil über Einsatzsituationen zu bilden, wenn man als Quelle nur Zeitungsartikel hat; speziell wenn es überregionale Zeitungen sind.
Grüße
T.
am 2. Februar 2010 um 16:06 Uhr.
Wir sind ein Tierschutzverein mit Dutzenden von Mitgliedern. Wir haben kein Tierhein sondern bieten unsere Wohnungen oder Häuser an um entlaufene oder ausgesetzte Tiere aufzunehmen und weiter zu vermitteln. Alles im Rahmen dh. die eigene Wohnqualität leidet nicht darunter. Es gibt flächenddeckend Tierheime oder Vereine. In ganz Deutschland. Uns ruft die Stadt oder die Polizei, wenn z.B ein Tier (wie in diesem Fall) auf die Autobahn läuft, oder Tiere ausgesetzt werden z.B in Glas oder Wäschecontainern. Und wenn du dich richtig informierst, wirst du auch in deiner Gegend so etwas finden. Und ich habe auch schon einige Rettungen mitgemacht und mir auch von Mitgliedern, die weitaus länger als ich dabei sind von Ihnen erzählen lassen. Und noch niemand hat mir erzählt, dass er nach einer Rettung ins Krankenhaus musste. Wie dem auch sei. Ich fand es falsch ohne es zumindest anders zu versuchen.
am 2. Februar 2010 um 18:51 Uhr.
Ich bin auch ein großer Hundefan.
Allerdings, war der Hund mitten auf einer befahrenen Autobahn unterwegs und es hätte auch einen schlimmen Unfall geben können, wo Menschen hätten sterben können.
Bei aller Tierliebe, ein Hund darf nicht mehr wert sein als ein Menschenleben!
am 2. Februar 2010 um 21:26 Uhr.
Mel,
dein Engagement in allen Ehren, aber in die verfügbaren Einsatzressourcen plane ich nur verlässliche Bereitschaften; ob ihr da drunter fallen würdet, speziell Silvesternacht, wage ich zu bezweifeln. Bei uns in der Gegend ist mir ein derartiger Verein aber auch nicht bekannt.
Und von “ohne es zumindest anders zu versuchen” kann ja auch keine Rede sein; der Einsatz lief zu dem Zeitpunkt schon über eine Stunde.
Grüße
T.
am 2. Februar 2010 um 21:29 Uhr.
Belassen wir es einfach dabei, dass wir uns nicht einig sind.
am 5. Februar 2010 um 21:08 Uhr.
>>> Allerdings, war der Hund mitten auf einer befahrenen Autobahn unterwegs und es hätte auch einen schlimmen Unfall geben können, wo Menschen hätten sterben können.
Hallo? Es war die Silvesternacht. Da ist die Autobahn leer. Warum konnte man da nicht sperren?
Am Dienstag dieser Woche geriet ein Viehtransporter auf der A 45 bei Aschaffenburg in Brand. Der Fahrer hielt auf dem Standstreifen und lies 45 Kälber auf der (stark befahrenen) Autobahn frei. Diese wären sonst elendig verbrannt.
Es kam zu keinem Unfall, jedoch war die Autobahn logischerweise gesperrt. Laut der Aussage einiger hier wäre es sicher auch in diesem Fall besser gewesen, die Kälber verbrennen zu lassen…