Das war Ostern 2010

Mel am 6. April 2010 um 08:04

So, Ostern ist jetzt vorbei. Dieses Jahr verlief es aber ganz ruhig bei uns. Karfreitag haben wir es uns ganz gemütlich gemacht. Samstag standen dann einige Erledigungen und ein Grosseinkauf an. Zudem haben wir die letzten Ostergeschenke geholt. (Spät, ich weiss :( … )

Sonntag ging es dann Nachmittags zur Verwandtschaft. Es war zwar noch etwas kalt um sich auf die Terrasse zu setzen, aber zumindest ist der Schnee und der Dauerregen weitergezogen. Gestern waren wir dann im Zoo. Das Wetter hat zum Glück gut mitgespielt und so konnten wir uns alles in Ruhe angucken. Nach dem Zoo sind wir dann noch Essen gegangen und haben dann den Rest des Tages wieder Zuhause verbracht.

Ich habe jetzt noch ein paar Tage Urlaub und frei. Diese werde ich natürlich, wie ich schon angekündigt habe, nutzen. Wenn ich wieder etwas Blogbares erlebe, könnt ihr es natürlich hier nachlesen.

Nette Ostergrüße für Euch

Mel am 1. April 2010 um 08:00

Marathon

Mel am 29. März 2010 um 14:00

Ich habe meinen Arbeitsmarathon erfolgreich bewältigt. Nun habe ich 3 Wochen Freizeit. In den letzten 2 Nächten war es nochmal etwas stressig. Ein Herzinfakt und eine Palliativ Patientin hielten mich ziemlich auf Trab.

Ich werd meine Freizeit natürlich sinnvoll nutzen. Ostern steht, ganz Bürgerlich, ein Besuch bei den Verwandten an. Und im Anschluss werde ich noch eine Woche wegfahren. Einträge wird es daher hier nur geben, wenn ich Zeit dazu finde und natürlich eine gute Idee habe, die ich bloggen könnte.

Ich wünsche euch daher ein paar schöne Tage.

Abhängig

Mel am 25. März 2010 um 13:34

In der Übergabe wurde ich schon vorgewarnt, dass ein junger Patient nach einem Unfall zu uns gekommen ist, der offensichtlich auch Medikamentenabhängig ist. Dieser Verdacht bestätigte sich sehr schnell für mich.

Bei meinem Rundgang fragte er mich das erste mal, ob er Atosil Tropfen bekommen könne. Auf mein Fragen warum antwortete er, dass er unruhig sei. Da dieses Medikament nicht in seiner Kurve stand, verneinte ich. Ich war noch keine 2 Zimmer weiter, da klingelte er wieder und fragte nach Furosemid. Ich sagte ihm wieder, dass er das auch nicht von mir bekommen würde. Nach weiteren 10 Minuten klingelte er wieder und fragte nach, ob er Diazepam bekommen würde.

Daraufhin rief ich den Arzt an und schilderte ihm alles. Dieser kam dann auch und unterhielt sich eine Weile mit ihm. Ich war dann mit meiner Runde fertig und wollte wieder ins Schwesternzimmer, als mir der Arzt entgegenkam und mir kurz erzählte, dass er ihm jetzt was leichtes zum Schlafen gegeben hätte und der Patient eingewilligt hat einen Entzug in einer Psychiatrie zu machen, den er nun in die Wege leiten würde.

Keinen Schlüssel

Mel am 20. März 2010 um 13:02

So, ich hatte die Tage ja wieder Tagdienst. Der letzte in diesem Monat und ich muss sagen wenn ich jetzt meine 7 Nachtdienste noch rumbekomm, bin ich froh, wenn ich Urlaub hab. Ich werde auch wieder einige Tage wegfahren.

Der Tagdienst war eigentlich wie vorher auch. Das Telefon stand nie still. Patienten und Besucher stellten ihre Fragen und es gab ein paar Entlassungen. Eine davon war mit viel Stress verbunden. Als die Patientin erfuhr, dass sie am nächsten Tag entlassen werden sollte, fing sie gleich an, nach Gründen zu suchen, um bleiben zu können.
Sie hätte keinen Schlüssel und könne daher nicht in die Wohnung. Es würde sich da keiner um sie kümmern.

Ich rief daraufhin den Mann an, um abzuklären, ob er sie abholen könne. Ich bekam dann den Satz “Ach, sie kann schon nach Hause? Wieso stirbt sie nicht, dann hab ich keine Kosten und Mühe mehr.” Ich ignorierte den Satz und er sagte mir zu am folgenden Tag abzuholen und das Mobile Sauerstoffgerät mitzubringen.

Am nächsten Tag weigerte sie sich zu gehen. Sie schob lauter Gründe vor um zu bleiben und beschimpfte ihren Mann. als sie im Auto sass, reichte ihr der Sauerstoff nicht, mit dem sie versorgt wurde. Nach langem hin und her und Diskussionen mit der Ärztin kümmerte diese sich um einen Krankentransport und wir hatten unsere Ruhe.

Kollegin

Mel am 16. März 2010 um 16:24

Es gibt Menschen, die sind einfach nur dreist und unverschämt. Ich habe hier ja schon des öfteren über solche Fälle geschrieben. Heute Nacht hatte ich aber ein Erlebnis der besonderen Art.

Ich kam gerade von der Nachbarstation, wo ich mir etwas geliehen hatte, zurück. Als ich ins Schwesternzimmer kam, sah ich eine meiner Patientinnen am Schreibtisch sitzen und in den Kurven blättern. Ich sprach sie darauf und der Dialog verlief dann so:

Ich: Was machen sie hier?
Patientin: Ach, wir sind Kollegen. Ich konnte nicht schlafen und dachte, ich guck ein wenig die Akten durch.
Ich: Sie arbeiten aber nicht hier!
Patientin: Nein, ich arbeite im Krankenhaus xyz.
Ich: Dann wissen sie ja, dass sie höchstens ihre Akten durchgucken dürfen.
Patientin: Ach, das ist doch nicht so schlimm. Es sieht ja keiner.
Ich: Ich sehe es. Und jetzt sollten sie versuchen noch etwas zu schlafen. Sie dürften diesen Raum eh nicht betreten.

Warum

Mel am 10. März 2010 um 18:42

Ich bin jetzt schon mehrfach gefragt worden warum ich blogge, warum ich nicht, wie die meisten Medizin Blogs Satire Beiträge verfasse und nicht Abwechslungsreich schreibe.

Also, dies ist ein privater Blog. Ich will weder Geld damit verdienen, noch berühmt damit werden. Er schildert meinen Alltag auf der Arbeit. Was ich erlebe und was dort passiert. Zu der Frage warum ich keine Satire schreibe? Das lässt sich ganz leicht beantworten. Es gibt schon genug Medizin Satire Blogs. Meinen Blog empfinde ich einzigartig. Denn das, was ich hier schreibe, erlebe ich. Und Abwechslung hat das Blog auch, denn jede Geschichte ist anders.

Ich hoffe, ich konnte die Fragen damit beantworten. Wer noch weitere Fragen hat, kann sie mir rechts in der Formspring Box stellen.

Deal

Mel am 6. März 2010 um 20:16

Nein, das hier ist kein Werbeblog geworden. Ich schreibe das jetzt nur, weil ich diese Seite gut finde. Es geht hier um Schnäppchen aus der eigenen Stadt. Zumindest für die meisten Grosstädte in Deutschland.

Wer möchte kann Hier klicken. Reinschauen lohnt sich ;)

Tagdienst

Mel am 5. März 2010 um 22:40

Ich hatte jetzt wie angekündigt ein paar mal Tagdienst. Und mir ist mal wieder aufgefallen, wie anders doch das Arbeiten ist. Das Telefon klingelte ohne Pause. Patienten und Besucher liefen über die Flure und Ärzte standen diskutierend vor den Zimmern.

Dann ging hier und da etwas zu Bruch, ein Fahrstuhl fiel kurzfristig aus und neugierige Blicke verfolgten mich, wenn ich mit einem Patienten über den Flur fuhr.

Aber im großen und ganzen muss ich sagen war es eine willkommene Abwechslung. Über eine Diskussion mit einer Angehörigen muss ich aber immer noch etwas schmunzeln. Bei der Patientin lief eine Tutofusin. Da auf dem Beutel kein Aufkleber war, war kein Medikament drin. Der Dialog verlief ungefähr so

Tochter: Was ist in der Infusion für ein Medikament?
Ich: Da ist keins drin. Das ist reine Flüssigkeit.
Tochter: Das es nicht fest ist sehe ich auch. Ich will wissen was das für ein Medikament ist?
Ich: Es ist kein Medikament. Ihre Mutter will nicht ausreichend trinken, deshalb wird der Körper so versorgt.
Tochter: Gut, wenn sie es mir nicht sagen wollen, rufe ich jetzt meine Schwester an. Sie ist Ärztin!

So zückte sie also ihr Telefon, sprach kurz mit ihrer Schwester und legte dann auf. An mich gerichtet meinte sie dann “Also, sie hätten mir sagen können, dass es sich hier wohl nur um Wasser handelt.” Ich antwortete mit dem Satz “Sie wissen ja jetzt Bescheid.”

Manchmal sollte man besser einfach den Mund halten.

Happy End

Mel am 1. März 2010 um 17:00

Heute Nacht war meine letzte von sieben Nächten. Eine Patientin hatte es heute wohl drauf abgesehen mich zu ärgern. Sie ist gut zu Fuß und kann eigentlich fast alles selbst bewältigen.

Diese Nacht klingelte sie das erste mal kurz nachdem ich auf meinem Rundgang in ihrem Zimmer war. Sie wollte was zum Einschlafen haben. Beim nächsten Klingeln keine 2 Minuten später wollte sie ins Bad und fühlte sich zu schwach zum laufen. Wieder im Bett tat ihr der Fuß weh und sie wollte, dass ich ihn massiere. Ich sagte ihr daraufhin, dass ich auch noch andere Patienten hätte und keine Zeit dafür hätte und sowas sowieso der Masseur erledigt. Daraufhin meckerte mich die Bettnachbarin an mit den Worten: ” Ich weiss wie das hier abläuft. Allein schon wie das Essen hier serviert wird.”

Ich fragte sie daraufhin, ob sie tatsächlich aufgrund dieser einen Tatsache voll informiert wäre? Und das für das Essen die Küche zuständig wäre. Daraufhin schwieg sie. (Wie sollte es auch anders sein).

So ging es dann munter weiter. Irgeneinen Grund fand sie immer um zu klingeln. Zum Ende der Schicht, als ich gerade die Tabletten verteilte und gerade in ihrem Zimmer war, meinte sie, dass sie Bauchschmerzen habe, weil es hier so laut wäre gerade. Ich sagte nichts dazu, sondern gab ihr ein Medikament gegen Schmerzen.

Nachdem mein Dienst beendet war und ich eigentlich nur noch aus der Arbeitskleidung raus wollte, klingelte noch eine andere Patientin, die gerne gedreht werden wollte. Ich drehte sie auf die andere Seite und wollte mich gerade verabschieden als sie fragte, ob ich noch eine Nacht da wäre. Ich verneinte worauf sie etwas entäuscht guckte und sagte, dass sie mir noch gern etwas für die gute Behandlung schenken wollte. Sie schaute dann in ihren Nachtschrank und kramte eine Packung I love Milka hervor. Diese überreichte sie mir Freudestrahlend. Ich bedankte mich, wechselte noch kurz einige Worte mit ihr und ging mich dann umziehen.

So hatte der Dienst doch noch ein Happy End. Jetzt habe ich ein paar Tage Ruhe bevor ich Ausnahmsweise mal Tagdienst habe. Ich bin gespannt und werde darüber berichten.