Nervosität

Mel am 7. Mai 2010 um 16:38

Ich wurde heute Nacht in die Ambulanz gerufen, um mir einen Neuzugang abzuholen. Als ich die Tür aufmachte, nahm ich als erstes einen sehr Nervösen Mann wahr. Dieser stand nebem der Bett seiner kranken Frau. Ich stellte mich vor und sagte, dass es nun auf die Station gehen würde.  Die Frau kam, während ich das Bett schob, gar nicht zu Wort. Der Mann hatte einen ganzen Fragekatalog parat.

Als erstes wollte er wissen, auf welche Station es ging und auf welches Zimmer. Dann wollte er wissen, ob er vorgehen könnte. Als er aber direkt in den Röntgenraum ging, bot ich ihm an, doch besser mit uns mitzugehen. Im Fahrstuhl angekommen, wunderte er sich, wieso die Tür nicht sofort zuging. Sofort als der Fahrstuhl sich in Bewegung setzte, wurde ihm schlecht. Ich wollte ihm noch sagen, dass alles halb so schlimm ist, da sackte er auch schon zusammen.

Ich rief daraufhin sofort eine Kollegin an, die mit einem Bett zum Fahrstuhl kam. Wir schoben die Beiden aufs Zimmer und stellten ihm das Bett so, dass der Kopf nach unten lag und die Füße hoch. Nach kurzer Zeit fing er sich dann aber  zum Glück wieder. Damit konnten wir uns wieder voll und ganz der eigentlichen Patientin kümmern. Dem Guten war das einfach alles etwas zuviel.

Rauswurf

Mel am 21. April 2010 um 16:32

Ich habe ja schon häufiger geschrieben, dass Patienten sich gerne mal daneben benehmen. Jetzt war es aber mal ein Freund, der sich absolut daneben benommen hat.

Ich kam ins Zimmer, weil ich eine Infusion anhängen wollte. Die Bettnachbarin meiner Patientin hatte Besuch von Ihrem Freund. Die beiden stritten heftig und hörten auch nicht auf, als ich das Zimmer betrat. Ich ignorierte die beiden und hängte die Infusion an. Als ich gerade wieder gehen wollte, sah ich, wie er seiner Freundin eine Ohrfeige verpasste.

Da reichte es mir und der folgende Dialog verlief dann so:

Ich: So, das reicht jetzt. Raus hier!

Freund: (guckt mich an) Was willst du denn gegen mich ausrichten?

Ich: Ich bin ja nicht die einzige, die hier arbeitet. Zudem arbeiten hier auch noch Männer. Gehst du jetzt freiwillig, oder willst du gegangen werden?

Er zog es dann vor zu gehen. Ich habe nicht mitbekommen, wobei es in dem Streit ging, aber ich finde, dass so etwas keine Art ist miteinander umzugehen.

Da bin ich wieder

Mel am 18. April 2010 um 18:38

So, mein Urlaub ist vorbei.  War wie immer zu kurz. ;) In der letzten Woche bin ich auch weg gefahren und habe auch sonst viel unternommen.

Morgen hat mich dann der Alltag wieder und sobald auf der Arbeit etwas Blogbares passiert, erfahrt ihr es natürlich hier. Ich wünsche noch einen schönen Abend.

Gewinn

Mel am 9. April 2010 um 19:30

So, die Schnäppchen Blog Seite meines Vertrauens veranstaltet gerade wieder ein Gewinnspiel. Teilnehmen kann jeder, der einen Artikel über ein gemachtes Schnäppchen schreibt. Ich habe mir über die Seite schon mehrfach Schmuck gekauft und vor etwas längerer Zeit ein Glätteisen. Mit allem was ich dort bestellt habe, bin ich gut zufrieden.

Drückt mir also die Daumen, dass ich mal das Glück habe und etwas gewinne. :) Wer auch beim Gewinnspiel mitmachen möchte, oder sich einfach mal nach Schnäppchen umgucken möchte, kann das hier tun.

Das war Ostern 2010

Mel am 6. April 2010 um 08:04

So, Ostern ist jetzt vorbei. Dieses Jahr verlief es aber ganz ruhig bei uns. Karfreitag haben wir es uns ganz gemütlich gemacht. Samstag standen dann einige Erledigungen und ein Grosseinkauf an. Zudem haben wir die letzten Ostergeschenke geholt. (Spät, ich weiss :( … )

Sonntag ging es dann Nachmittags zur Verwandtschaft. Es war zwar noch etwas kalt um sich auf die Terrasse zu setzen, aber zumindest ist der Schnee und der Dauerregen weitergezogen. Gestern waren wir dann im Zoo. Das Wetter hat zum Glück gut mitgespielt und so konnten wir uns alles in Ruhe angucken. Nach dem Zoo sind wir dann noch Essen gegangen und haben dann den Rest des Tages wieder Zuhause verbracht.

Ich habe jetzt noch ein paar Tage Urlaub und frei. Diese werde ich natürlich, wie ich schon angekündigt habe, nutzen. Wenn ich wieder etwas Blogbares erlebe, könnt ihr es natürlich hier nachlesen.

Nette Ostergrüße für Euch

Mel am 1. April 2010 um 08:00

Marathon

Mel am 29. März 2010 um 14:00

Ich habe meinen Arbeitsmarathon erfolgreich bewältigt. Nun habe ich 3 Wochen Freizeit. In den letzten 2 Nächten war es nochmal etwas stressig. Ein Herzinfakt und eine Palliativ Patientin hielten mich ziemlich auf Trab.

Ich werd meine Freizeit natürlich sinnvoll nutzen. Ostern steht, ganz Bürgerlich, ein Besuch bei den Verwandten an. Und im Anschluss werde ich noch eine Woche wegfahren. Einträge wird es daher hier nur geben, wenn ich Zeit dazu finde und natürlich eine gute Idee habe, die ich bloggen könnte.

Ich wünsche euch daher ein paar schöne Tage.

Abhängig

Mel am 25. März 2010 um 13:34

In der Übergabe wurde ich schon vorgewarnt, dass ein junger Patient nach einem Unfall zu uns gekommen ist, der offensichtlich auch Medikamentenabhängig ist. Dieser Verdacht bestätigte sich sehr schnell für mich.

Bei meinem Rundgang fragte er mich das erste mal, ob er Atosil Tropfen bekommen könne. Auf mein Fragen warum antwortete er, dass er unruhig sei. Da dieses Medikament nicht in seiner Kurve stand, verneinte ich. Ich war noch keine 2 Zimmer weiter, da klingelte er wieder und fragte nach Furosemid. Ich sagte ihm wieder, dass er das auch nicht von mir bekommen würde. Nach weiteren 10 Minuten klingelte er wieder und fragte nach, ob er Diazepam bekommen würde.

Daraufhin rief ich den Arzt an und schilderte ihm alles. Dieser kam dann auch und unterhielt sich eine Weile mit ihm. Ich war dann mit meiner Runde fertig und wollte wieder ins Schwesternzimmer, als mir der Arzt entgegenkam und mir kurz erzählte, dass er ihm jetzt was leichtes zum Schlafen gegeben hätte und der Patient eingewilligt hat einen Entzug in einer Psychiatrie zu machen, den er nun in die Wege leiten würde.

Keinen Schlüssel

Mel am 20. März 2010 um 13:02

So, ich hatte die Tage ja wieder Tagdienst. Der letzte in diesem Monat und ich muss sagen wenn ich jetzt meine 7 Nachtdienste noch rumbekomm, bin ich froh, wenn ich Urlaub hab. Ich werde auch wieder einige Tage wegfahren.

Der Tagdienst war eigentlich wie vorher auch. Das Telefon stand nie still. Patienten und Besucher stellten ihre Fragen und es gab ein paar Entlassungen. Eine davon war mit viel Stress verbunden. Als die Patientin erfuhr, dass sie am nächsten Tag entlassen werden sollte, fing sie gleich an, nach Gründen zu suchen, um bleiben zu können.
Sie hätte keinen Schlüssel und könne daher nicht in die Wohnung. Es würde sich da keiner um sie kümmern.

Ich rief daraufhin den Mann an, um abzuklären, ob er sie abholen könne. Ich bekam dann den Satz “Ach, sie kann schon nach Hause? Wieso stirbt sie nicht, dann hab ich keine Kosten und Mühe mehr.” Ich ignorierte den Satz und er sagte mir zu am folgenden Tag abzuholen und das Mobile Sauerstoffgerät mitzubringen.

Am nächsten Tag weigerte sie sich zu gehen. Sie schob lauter Gründe vor um zu bleiben und beschimpfte ihren Mann. als sie im Auto sass, reichte ihr der Sauerstoff nicht, mit dem sie versorgt wurde. Nach langem hin und her und Diskussionen mit der Ärztin kümmerte diese sich um einen Krankentransport und wir hatten unsere Ruhe.

Kollegin

Mel am 16. März 2010 um 16:24

Es gibt Menschen, die sind einfach nur dreist und unverschämt. Ich habe hier ja schon des öfteren über solche Fälle geschrieben. Heute Nacht hatte ich aber ein Erlebnis der besonderen Art.

Ich kam gerade von der Nachbarstation, wo ich mir etwas geliehen hatte, zurück. Als ich ins Schwesternzimmer kam, sah ich eine meiner Patientinnen am Schreibtisch sitzen und in den Kurven blättern. Ich sprach sie darauf und der Dialog verlief dann so:

Ich: Was machen sie hier?
Patientin: Ach, wir sind Kollegen. Ich konnte nicht schlafen und dachte, ich guck ein wenig die Akten durch.
Ich: Sie arbeiten aber nicht hier!
Patientin: Nein, ich arbeite im Krankenhaus xyz.
Ich: Dann wissen sie ja, dass sie höchstens ihre Akten durchgucken dürfen.
Patientin: Ach, das ist doch nicht so schlimm. Es sieht ja keiner.
Ich: Ich sehe es. Und jetzt sollten sie versuchen noch etwas zu schlafen. Sie dürften diesen Raum eh nicht betreten.