Technikausfall

Mel am 9. Juni 2010 um 16:15

Ohne PC oder andere Geräte kommt man heutzutage ja kaum bis gar nicht mehr aus. Wenn im Krankenhaus ein Update gemacht wird, und die PC`s für 24 Stunden ausfallen, geht gar nichts mehr. Man kommt z.B. nicht mehr an die Patientenlisten ran und somit fehlen uns einige Daten, die wir sonst mit Hilfe eines einzelnen Klicks gleich parat haben.  Ebenfalls ist es nicht möglich sich Befunde z.B aus dem Labor anzugucken. Es gäbe da noch den Weg sich die gedruckte Version rauzusuchen, aber wenn es schnell gehen muss, ist das eher weniger praktisch.

Neuzugänge in den PC zu geben ist auch nicht möglich. Kurzum es bricht vieles zusammen und man hofft immer, dass nix schlimmes passiert.

Nur durch diesen einen Faktor “Computer” gerät vieles in Gefahr. Außerdem kann es auch passieren, dass unser Zeitplan etwas nach oben gedehnt wird und uns die Zeit verloren geht und man somit weniger Zeit für den einzelnen Patienten hat.

Die Realität träumen

Mel am 8. Juni 2010 um 18:18

Jedem ist es doch sicher schon mal passiert, dass man im Schlaf das träumt was man gerade Real macht. Man träumt z.B. wie man sich gerade kratzt hat und es dann auch tut.

Meinem Patienten von heute Nacht ist dieses passiert. Ich wollte ihm eine Infusion anhängen, und die Tabletten für den Tag schon mal auf den Nachtschrank legen. Dabei sah ich, dass sich der Patient die Viggo gezogen hatte. Ich wollte gerade leise alles beseitigen, da wurde er wach, guckte mich an und sagte, dass er geträumt hätte sich die Viggo gezogen zu haben. Im selben Moment sah er, dass der Traum real war und fing an sich zu entschuldigen. Da er aber nicht der erste Patient (und auch sicher nicht der letzte) war, dem das passiert winkte ich mit den Worten “Schon ok” ab.

Ich rief dann noch schnell den Arzt an, weil der Patient auch noch Heparin bekommt was immer laufen muss. So war das Malheur dann schnell beseitigt.

Diskriminierung

Mel am 1. Juni 2010 um 21:24

Ich habe ja noch ein paar Tage frei. Diese Geschichte habe ich mir daher aufgehoben um sie zwischendurch mal erzählen zu können.

Die Ambulanz kündigte eine neue Patientin an, die mir freundlicher Weise auch gebracht wurde. Es handelte sich hierbei um eine Türkin, die noch von Freunden und Familie begleitet wurde. In der kurzen Übergabe wurde mir gesagt, dass die Versichertenkarte noch fehle.

Daraufhin ging ich nochmal ins Zimmer und platzte in ein (auf türkisch) geführtes Gespräch. Nachdem kurz Stille war, nutzte ich die Gunst der Stunde und sagte, dass wir noch die Versichertenkarte benötigen würden. Ich guckte in die Runde und fragte, ob noch jemand bereit wäre, sie eben zu holen. Meine Patientin meinte dann “Bei einem Deutschen wäre es auch ok, wenn die erst am darauf folgenden Tag abgegeben werde. Ich fühle mich dadurch diskrimitiert.”

Ich guckte sie daraufhin leicht irritiert an und sagte “Wenn hier wer diskriminiert wird, dann bin ich das. Sie reden hier nur Türkisch und wissen ganz genau, dass ich kein Wort verstehe. Sorgen Sie bitte einfach dafür, dass die Karte, oder etwas vergleichbares heute noch in der Zentrale abgegeben wird. Danke.”

Mein Satz wurde zwar mit einem ich verstehe nicht Lächeln quitiert, aber ihr Bruder machte sich auf den Weg um die Karte zu holen.

Storys

Mel am 29. Mai 2010 um 18:36

Da bei mir nicht in jeder Schicht etwas blogbares geschieht, und ich auch zwischendurch mal frei hab, habe ich mir etwas überlegt.

Jeder von euch hat doch schonmal ein Krankenhaus von Innen gesehen. Sei es als Besucher, als Patient oder als Mitarbeiter. Ist euch dort schonmal etwas komisches passiert, oder habt ihr etwas mitbekommen? Wenn ja, könnt ihr mir die Geschichte gerne über das Kontaktformular schicken. Oder ihr schreibt direkt an: info@kittelbiene.com

Ich werde diese Geschichten dann mit Namen hier veröffentlichen. Ich freu mich auf eure Mails.

Ratschlag

Mel am 27. Mai 2010 um 15:40

Wenn du morgens aus dem Bett kommst, denke daran dich zu pflegen. Dusche und Zahnpflege wäre schon ganz nett. Wenn du dann Tagsüber auf andere Menschen triffst wie z.B im Krankenhaus, musst du nicht befürchten, dass selbst Menschen, die fast geruchsunempfindlich sind, die Nase rümpfen.

Promis im Krankenhaus

Mel am 24. Mai 2010 um 14:58

Wie verhalten sich Prominente Personen, die im Krankenhaus liegen? Lassen sie es über sich ergehen, wenn man auf einer übervollen Station, einen weiteren Patienten zu ihnen schiebt? “Begnügen” sie sich mit dem Essen, das im Krankenhaus verteilt wird? Beauftragen sie einen Extra-Koch? Verhalten sie sich, als würden sie über den anderen Patienten stehen?

Natürlich will jeder Kranke gut behandelt werden. Er hat ja auch ein Recht darauf. Aber Extrawürste sind immer so eine Sache. Eigentlich ist man im Krankenhaus, um sich gegen etwas behandeln zu lassen nicht um einen Wellness-Urlaub zu machen.

Ich habe es bislang nur so erlebt, dass mit dem “Einzug” eines Promis auch einige Allüren mit eingezogen sind. Dabei sind es auch “nur” Menschen.

Der liebe Kleine

Mel am 20. Mai 2010 um 15:08

In meinem Beruf bekommt man viel Schlechtes mit. Viele verschiedene Schicksale wie z.B Angehörige, die um das Leben eines Patienten bangen. Umso mehr freut man sich dann über etwas positive Abwechslung.

Heute Nacht hatte ich einen 5 jährigen Jungen mitsamt Mutter auf meiner Station. Der Kleine war sehr neugierig und hat sich (seinem Alter entsprechend) für alles interressiert. Die ganzen Dinge, die auf meinem Wagen lagen, mussten erstmal genau betrachtet werden. Mein Blutzucker-Messgerät war für ihn besonders interressant. Nachdem ich ihm erklärt hatte wie es funktioniert, wollte er unbedingt seinen BZ gemessen haben. Ich sagte ihm, dass ich ihn dafür aber einmal pieksen müsse.

Da aber die Neugier wohl größer war als die Angst gestochen zu werden, hielt er mir ungeduldig seine Hand entgegen. Nachdem das Gerät das Ergebnis signalisierte, wollte er unbedingt als Erster draufgucken. Er las die Zahlen ab und als ich ihm sagte, dass der Wert sehr gut sei, nickte er zufrieden.

Sowas gehört zu den guten Seiten des Berufs und zaubert einem dann ein Lächeln ins Gesicht. :)

Angriff

Mel am 12. Mai 2010 um 15:34

Gestern Nachmittag bekamen wir einen Neuzugang. In der Übergabe am Abend hiess es, dass er Drogenabhängig sei, der Arzt aber etwas aufgeschrieben hätte. In der Nacht klingelte er dann und wollte etwas haben. Ich gab ihm, die vom Arzt bewilligte Menge und widmete mich meiner weiteren Arbeit.

Kurze Zeit später klingelte er wieder, weil ihm die Menge nicht reichte und er noch etwas haben wollte. Ich wies ihn darauf hin, dass er zu einem späteren Zeitpunkt gerne noch was bekommen würde aber nun könne ich ihm nichts geben. Er wurde daraufhin so wütend, dass er mir nachging und mich angriff. Ich will jetzt hier nicht weiter rumjammern, aber ich bin froh, dass ich jetzt eine kleine Auszeit habe. Diese werde ich auch nutzen und es mir gut gehen lassen.

Stress und andere Dinge

Mel am 9. Mai 2010 um 17:16

Ich habe nun die vierte Nacht von sieben erfolgreich hinter mich gebracht. Es ist im Moment sehr stressig. Die Station ist voll belegt und ich habe sehr viele Patienten, die oft und gerne klingeln. Menschen die mich gut kennen sehen mir den Stress an, aber vor Fremden kann ich es ganz gut verbergen. Gegen halb fünf bekam ich von der Ambulanz mit, dass sie gerade eine Patientin aufgenommen haben, die von einem Taxi angefahren wurde. Die Ärzte entschieden sich, nach einigen Untersuchungen, aufgrund der Verletzungen, für eine OP.

Die Eltern waren schon informiert und standen kurze Zeit später im Flur herum. Da meine Station auf der gleichen Ebene liegt wie der OP und die Intensivstation, gab ich auf der Intensiv Bescheid, dass sie sich melden sollten, sobald es was Neues gäbe. Ich nahm die Eltern mit auf die Station, damit sie nicht so verloren rumstanden. Ich bot ihnen Kaffee an und bat sie in der Sitzecke Platz zu nehmen.

Wie alles weitere verlief werde ich wohl heute Abend erfahren. Das Fazit der Nacht ist, dass es für mich die vierte Nacht ohne Pause war und ich froh bin, wenn ich meine Nächte rum habe.

Neugestaltung

Mel am 8. Mai 2010 um 19:02

Getreu dem Sprichwort “Alles neu macht der Mai” habe ich mal eine kleine Umgestaltung des Headers vornehmen lassen. Ich wollte das schon seit geraumer Zeit haben und Dank eines besonderen Mannes hat es nun geklappt. :) Vielleicht bleibt es auch nicht bei dieser einzigen Änderung. Ich werd einfach gucken, ob mir noch etwas einfällt. Wenn ihr eine Idee habt, könnt ihr sie mir gerne mitteilen.