Mein Mann hat Hunger
Ich habe ja neulich über die verschiedenen Arten von Patienten geschrieben. Die Patientin, über die ich heute schreiben will, gehört definitiv zur schwierigen Sorte.
Sie klingelt wegen jeder Kleinigkeit. Wenn sie nicht sofort schlafen kann, wenn die Decke nicht richtig liegt und und und. Letzte Nacht klingelte sie wieder im 5 Minuten Takt. Gegen halb 11 klingelte sie erneut und bat mich, ihrem Mann, der um diese Zeit immer noch bei Ihr saß, etwas zu essen zu bringen.
Da ist mir dann der Kragen geplatzt. Ich habe ihren Mann gebeten nun zu gehen, da die Besuchszeit auch mal vorbei wäre und die Mitpatientin sicher auch mal schlafen möchte. Zu ihr habe ich dann gesagt, dass es auf der Station im Moment 42 Patienten gibt von denen es einigen um ein vielfaches schlechter geht als ihr. Ausserdem wäre es hier kein Hotel wo man für Gäste Essen bestellen könne.
Dem Mann war dies natürlich ziemlich peinlich und er zog sich rasch an und ging. Sie allerdings guckte auf mein Namensschild und sagte sie wolle jetzt sofort einen Arzt sprechen. Da dieser sowieso gerade auf Station war schickte ich ihn zu ihr.
Nach nichtmal 5 Minuten kam er wieder aus dem Zimmer und erzählte mir, dass er ungefähr das gleiche zu ihr sagte wie ich. Sie hat danach die ganze Nacht nicht ein einziges Mal mehr geklingelt und tut dies nun auch nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit.
Bei allem Verständnis für die Patienten aber ein Krankenhaus ist kein Hotel.
am 12. Dezember 2009 um 10:36 Uhr.
Das ist ja mehr als dreist. Erschreckend, was für selbstsüchtige Menschen rumlaufen. Gerade als Patient sollte man doch eher dankbar für die Pflege sein und nicht meinen, man wäre in einem Luxushotel…
Immerhin war es dann ja wenigstens dem Mann unangenehm!
am 12. Dezember 2009 um 19:09 Uhr.
Wie nervig! Da kann ich gut verstehen, dass Dir der Geduldsfaden gerissen ist, irgendwann geht es einfach nicht mehr.
Immerhin hat die Patientin sich inzwischen ein bisschen gebessert. : )
am 13. Dezember 2009 um 19:22 Uhr.
Deine Gefühle kommen mir sehr bekannt vor, ..unsere Hausbewohner (betreutes Wohnen) benehmen sich auch öfter mal so als würden sie in einem Hotel (anstatt in einem Mietshaus) wohnen.
Alles ..Jetzt! ..Gleich! ..und Sofort!
Und da darf man jedes mal durch´s ganze Haus rennen um in gewünschte Wohnung zu gelangen, oder gewünschte Dinge von uns zu holen..
..Aber ich hab zum Glück ein Lächeln was ich nach verlassen eines Zimmers wieder abgeben kann
..und gute Ausreden warum ich erst ein paar Minuten später die Lapalien behoben hab
am 13. Dezember 2009 um 22:12 Uhr.
Bei dem was einem PKV Versicherten pro Tag in Rechnung gestellt wird sollte ein 5 Sterne Service noch das mindeste sein.
Nicht das ich mich beschweren will, aber wenn man für 3 Tage Krankenhausaufenthalt ohne OP reichliche 800EUR zahlt darf man wohl einen gewissen Service verlangen.
am 14. Dezember 2009 um 08:36 Uhr.
@ MacSpi
das ist die gleiche Preisklasse (3 Tage 800 Euro) wie bei Volltrunkenheit in der Ausnüchterungszelle … da bekommst du auch ein 5-Sterne-Service.
Und auch in ‘nem 5-Sterne-Hotel wird man dir irgendwann auf’s Dach steigen, wenn du alle 5 Min den Service rufst … oder dir kräftig etwas zusätzlich auf die Rechnung schreiben
am 14. Dezember 2009 um 14:03 Uhr.
MacSpi der service ist, dass du hinterher wieder gesund bist. Für etwas anderes sind wir nicht zuständig. Wir sorgen für 3 Mahlzeiten plus kaffee. Es gibt zwar Ausnahmen wenn die Patienten im sterben liegen aber in dem fall…
am 15. Dezember 2009 um 07:24 Uhr.
auch in einem 5 Sterne Hotel gibt es ab einer gewissen Uhrzeit nichts mehr,
und zusätzliche leistungen wie Zimmerservice werden in Rechnung gestellt.
und diesen Typus Pat. kenne ich auch,
meisten haben sie 2 gesunde Hände,Beine, und sind den ganzen Tag unterwegs.
am 19. Dezember 2009 um 01:15 Uhr.
Irgendwie hinkt der Vergleich, oder, MacSpi? Was ein Krankenhaus ist, dürfte Dir ja bekannt sein. Dann kannst Du Dir sicher auch feststellen, was zum Aufgabenfeld der dort Beschäftigten gehört.
Verwöhnten und verzogenen Leuten den Arsch hinterherzutragen, gehört da nicht gerade zu. Denn, man glaubt es kaum: es gibt Wichtigeres zu tun. *staun*