Kollegin

Es gibt Menschen, die sind einfach nur dreist und unverschämt. Ich habe hier ja schon des öfteren über solche Fälle geschrieben. Heute Nacht hatte ich aber ein Erlebnis der besonderen Art.

Ich kam gerade von der Nachbarstation, wo ich mir etwas geliehen hatte, zurück. Als ich ins Schwesternzimmer kam, sah ich eine meiner Patientinnen am Schreibtisch sitzen und in den Kurven blättern. Ich sprach sie darauf und der Dialog verlief dann so:

Ich: Was machen sie hier?
Patientin: Ach, wir sind Kollegen. Ich konnte nicht schlafen und dachte, ich guck ein wenig die Akten durch.
Ich: Sie arbeiten aber nicht hier!
Patientin: Nein, ich arbeite im Krankenhaus xyz.
Ich: Dann wissen sie ja, dass sie höchstens ihre Akten durchgucken dürfen.
Patientin: Ach, das ist doch nicht so schlimm. Es sieht ja keiner.
Ich: Ich sehe es. Und jetzt sollten sie versuchen noch etwas zu schlafen. Sie dürften diesen Raum eh nicht betreten.

8 Kommentare zu “Kollegin”

  1. Sabine

    Ich weiß, warum ich immer spätestens in der Tür des Schwesternzimmers stehen bleibe. Dreist sojemand, ob die das in Krankenhaus xyz denn einfach so erlauben würden?

  2. Ingmar

    Jetzt weiß ich also, warum hier in einigen Krankenhäusern die Dienstzimmer nur mit Schlüssel zu öffnen sind. Ich meine ernsthaft… geht’s noch?!

  3. INTensivling

    Selbst im eigenen Krankenhaus darf sie nur die Kurven der Patienten einsehen, die sie unmittelbar betreut. Das gleiche gilt auch für Ärzte, einfach auf Nachbarstationen gehen und dort Akten durchschauen ist gegen das Gesetz.

    Allerdings verstehe ich nicht, warum du das Dienstzimmer offen lässt, wenn du die Station verlässt?

  4. Mel

    Weil unser neuer Chefarzt die Schlösser wieder entfernen liess. :(

  5. Viva

    Oh mein Gott, wie dreist. Nur weil man weiß, wie man die Akten anzugucken hat, blättert man doch nicht einfach im Kurvenwagen – vor allem nicht bei anderen Patienten! Wenns die eigene Akte gewesen wäre – ok, wenn sie nachgefragt hätte. Aber man setzt sich selbst dann doch nicht bräsig und breit ins Schwesternzimmer. Hatte sie noch nen Tee und ne warme Decke mit?!

    Interessant ist das sicher bestimmt für Außenstehende. Ich hab öfter schonmal Kindern ihre Akte erklärt, wenn wir lange aufs Röntgen gewartet haben (“Guck, hier steht deine Größe und wie schwer du bist. Und hier steht, dass dir heute früh der Arm sehr wehgetan hat und du Schmerzmittel bekommen hast”).

  6. averagecowgirl

    Boah, ich krieg`direkt `nen Hals. Wie, bitte, kommt man auf sowas ? Und, was macht sie, wenn sie zu Hause ist und nicht schlafen kann ? Bricht sie bei den Nachbarn ein und studiert in deren Wäscheschubladen die Schlüpfergrößen ?
    Neneneeeeee…*kopfschüttel*

  7. ednong

    Die gehört abgewatscht. Mindestens. Einfach nur dreist. Und sowas ist dann noch selber Krankenschwester *kopfschüttel*

  8. Chekker

    Tolle ZUstände, in so ein Krankenhaus, wo so etwas möglich ist, würde ich nur in bewußtlosem Zustand gehen.

Einen Kommentar schreiben:

Kleiner Spamschutz: Wähle die Figur mit der erhobenen Hand: