Keinen Schlüssel

So, ich hatte die Tage ja wieder Tagdienst. Der letzte in diesem Monat und ich muss sagen wenn ich jetzt meine 7 Nachtdienste noch rumbekomm, bin ich froh, wenn ich Urlaub hab. Ich werde auch wieder einige Tage wegfahren.

Der Tagdienst war eigentlich wie vorher auch. Das Telefon stand nie still. Patienten und Besucher stellten ihre Fragen und es gab ein paar Entlassungen. Eine davon war mit viel Stress verbunden. Als die Patientin erfuhr, dass sie am nächsten Tag entlassen werden sollte, fing sie gleich an, nach Gründen zu suchen, um bleiben zu können.
Sie hätte keinen Schlüssel und könne daher nicht in die Wohnung. Es würde sich da keiner um sie kümmern.

Ich rief daraufhin den Mann an, um abzuklären, ob er sie abholen könne. Ich bekam dann den Satz “Ach, sie kann schon nach Hause? Wieso stirbt sie nicht, dann hab ich keine Kosten und Mühe mehr.” Ich ignorierte den Satz und er sagte mir zu am folgenden Tag abzuholen und das Mobile Sauerstoffgerät mitzubringen.

Am nächsten Tag weigerte sie sich zu gehen. Sie schob lauter Gründe vor um zu bleiben und beschimpfte ihren Mann. als sie im Auto sass, reichte ihr der Sauerstoff nicht, mit dem sie versorgt wurde. Nach langem hin und her und Diskussionen mit der Ärztin kümmerte diese sich um einen Krankentransport und wir hatten unsere Ruhe.

2 Kommentare zu “Keinen Schlüssel”

  1. ednong

    Traurig.

  2. maik

    In diesem Artikel ( http://truckonline.de/blog/2010/03/27/und-ausserdem/ ) frage ich, wie es eigentlich ist, ein “normales” Familienleben zu haben.

    Gut, dass von Dir geschilderte ist jetzt nicht normal, aber auch eine Art Familie.

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