Grosszügig?
Ein Patient, der schon 3 Monate bei uns liegt, wird heute entlassen. Er war immer ein Vorzeigepatient, daher hat es immer Spass gemacht sich mit ihm zu unterhalten.
Gestern hatte er sich dann von mir verabschiedet und wollte mir für die gute Pflege 100 Euro geben. Ich stutzte etwas und lehnte das Geld ab. 5 Euro wären ja noch ok gewesen, die hätte ich dann in die Kaffeekasse getan. Dieser Betrag war mir dann aber zuviel und ich sagte ihm, dass er das Geld dann doch lieber spenden sollte. Er guckte daraufhin zwar etwas verdutzt, steckte das Geld dann aber wieder ein.
Wieso sind einige Menschen nur so grosskotzig?
am 24. Februar 2010 um 15:06 Uhr.
Ich denke nicht, das es mit großkotzigkeit zu tun hat.
Bei uns auf der Station war ne alte Dame um die wir uns gekümmert haben und die Tochter gab uns nach 3 Wochen dann auch 20€ für die Kaffeekasse.
Die Menschen wollen ihren Dank ausdrücken. Aber wie soll er das tun, wo er weiß das es auch ankommt? Dankesagen verliert mit der Zeit ( und ich denke das hat er in der zeit oft ) ja auch an Bedeutung.
Und da er der Kompletten Station sein Dankeschön zum Ausdruck bringen wollte, dachte er halt etwas großzügiger. Immerhin sind 3 Monate echt ne lange Zeit.
am 24. Februar 2010 um 15:16 Uhr.
Nein, das Geld war nur für mich. Ich hab das nicht genau genug ausgedrückt. Er meinte, dass das Geld für mich sei. Aber soviel Geld annehmen liegt mir nicht.
am 24. Februar 2010 um 15:21 Uhr.
Warum nicht auf ein Sammelkonto des Krankenhauses für Fortbildungen Pflegepersonal? Da wird doch fast nix mehr bezahlt, die Geschäftsführer geizen zum Herzerweichen, es wäre da gut angelegt. Und die Summe? Es gibt Leute mit Krankenhaustagegeldversicherung, da ist es mal gerade ein Tagessatz oder auch nur ein Drittel davon.
am 24. Februar 2010 um 15:31 Uhr.
In vielen Einrichtungen ist es so, stimmt. Bei uns wird auf Weiterbildung schon Wert gelegt. Eine gewisse Punktzahl für diese Weiterbildungen sind bei uns Pflicht. Und viele werden auch bei uns im Haus gehalten. Ob er dem Haus oder anderen Mitarbeitern auch eine spende hat zukommen lassen weiss ich nicht. Ich nehme jedenfalls nicht soviel Geld an. Was anderes wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte, dass es eine Spende fürs Haus sei.
am 24. Februar 2010 um 18:59 Uhr.
großkotzig würde ich das auch nicht nennen… aber komisch ist es schon etwas.
versuchs aber doch mal positiv zu sehen: vielleicht hat er dich als kompetente und nette mitarbeiterin gesehen, bei der er sich nach den 3 monaten einfach gerne gebührend bedanken wollte. so als kompliment quasi
(dass das so natürlich nicht geht, ist ne andre sache.)
am 24. Februar 2010 um 19:08 Uhr.
Hab mich zu krass ausgedrückt. Mag sein, dass er damit dank ausdrücken wollte, aber es wirkte auf mich auch komisch.
am 24. Februar 2010 um 20:51 Uhr.
Großkotzig? Dir geht`s aber sonst gut?
Schonmal etwas von Dankbarkeit gehört?
Er wird Dich vermutlich nie wieder sehen und wenn deine Arbeit gut war dann ist es absolut angemessen dein mickriges Gehalt (Pflegekräfte sind leider hoffnungslos unterbezahlt für die harte Arbeit die sie leisten) aufzubessern.
Wenn er in der Zeit regelmäßig Essen gewesen wäre, wäre das Geld für Trinkgeld draufgegangen (zumindest wenn man nicht so geizig ist und nur 1-2 Euro gibt).
Er hat das Geld offensichtlich. War es so schwer sich darüber zu freuen und sich freundlich zu bedanken?
War es so schwer ihm die Freude zu machen, das Gefühl zu bekommen, sich bedanken zu können?
Wenn es DIr zuviel ist kannst du es ja mit deinen Kolleginen teilen.
Ich verstehe schon dein Verhalten nicht, deine Ausdrucksweise aber noch weniger.
am 25. Februar 2010 um 09:09 Uhr.
Großkotzig ist das für mich auch nicht. Eher ziemlich große Dankbarkeit deines Patienten gegenüber dir. Ich verstehe dein Verhalten auch nicht so ganz. Du hättest es auch einstecken können, und dann in eure Kaffeekasse stecken können, wenn es dir ein schlechtes Gewissen gemacht hätte.
am 25. Februar 2010 um 12:29 Uhr.
Ja, ich hab mich zu krass ausgedrückt. Habe ich oben ja schon erwähnt. Das Gehalt ist zwar nicht das beste, trotzdem hab ich kein gutes Gefühl so einen Betrag anzunehmen.
am 25. Februar 2010 um 12:44 Uhr.
Großkotzig ist in dem Fall nur etwas übertrieben.
Ich wüßt nicht, wie ich reagieren würde. Ich meine, 100 Euro sind für mich verdammt viel Geld. In der Situation von eben, sehe ich es eher als “Trinkgeld” was in dieser Branche wohl nicht sooo üblich ist. Im Taxi- oder Gastrogewerbe eher. Obwohl, da auch 100 € viel sind (je nach Niveau).
100 Euro sind einfach zu viel, die kann man nicht ohne Bedenken einfachso in die Tasche packen.
am 25. Februar 2010 um 16:31 Uhr.
Einige beschweren sich, dass sie zu wenig Trinkgeld bekommen, die anderen über zuviel …
am 25. Februar 2010 um 16:35 Uhr.
manchmal ist weniger mehr..
am 25. Februar 2010 um 17:02 Uhr.
Ich arbeite auch im KKH, und wir bekommen auch hin und wieder so große Summen. Allerdings nehmen wir die prinzipiell nicht persönlich an, sondern stecken die in die große Kasse. Davon wird Stationsbedarf wie Kaffee, Geburtstagsgeschenke, Jubiläumspräsente oder auch das Weihnachtsessen und das Sommerfest der Station bezahlt zu dem alle Mitarbeiter der Station eingeladen sind.
Wichtig für uns ist es auch, dass die Summe erst am Ende des Aufenthaltes gegeben wird. Als Dankeschön halt, ud nicht zwischendrin. Das wäre wie kaufen für uns.
Meistens sinds aber auch nur so 5-20 Euro die wir vom Patienten erhalten, und darüber freuen wir uns natürlich genauso, obwohl wir jedes mal sagen, dass das nicht notwendig ist.
am 25. Februar 2010 um 17:58 Uhr.
Normalerweise sind es ja auch nur 5 bis 20 Euro. Aber 100 Euro mag ich ohne weiteres nicht annehmen. Zumal er sagte, dass es für mich sei. Und ich habe heute Nacht nochmal gefragt. Er hat anderen Schwestern auch soviel angeboten und hat der Stationsleitung auch nochmal soviel Geld für die Kasse gegeben.
am 25. Februar 2010 um 19:39 Uhr.
Weißt du ob die anderen Schwestern das Geld angenommen haben?
am 25. Februar 2010 um 19:45 Uhr.
Nein, haben sie nicht. Die Stationsleitung hat das Geld für die Kasse dann angenommen. Aber auch nur dieses.
am 25. Februar 2010 um 20:09 Uhr.
Hallo Mel!
Abgesehen davon, dass wir in unserer Landesklinik kein Geld annehmen dürfen, gesetzlich – Bestechung usw., glaube ich auch eines, dass Menschen in ihrer “hilflosen Dankbarkeit” diese so ausdrücken wollen. Wenn ich es für mich denke, sind wir alle die in diesem Beruf tätig sind, unbezahlbar. Also so prinzipiell: 100 Eure sind ja sowieso zu wenig!
Schön ist es, wenn sich ein Klient während seiner Aufenthaltszeit Gedanken über ein persönliches Danke machen kann und will; z.B ein kleines Buch, ein paar persönlliche Zeilen in einem schönen Umschlag.
Ich freue mich über diese Art der Dankbarkeit – bzw. der Anerkennung mehr.
am 3. März 2010 um 09:21 Uhr.
Hm, 3 Monate à 30 Tage, das macht pro Tag knapp 1,10 €. Find ich jetzt nicht großkotzig.
Verstehen kann ich allerdings was anderes. Wenn man gute Arbeit macht bei dem miesen Gehalt, dann aus Ehre.
Und Ehre kann man nicht kaufen, und das sollte auch niemand versuchen.
Was hättest du getan, hätte er das Geld ausdrücklich für die ganze Station gegeben oder meinetwegen auch deine Kinder?
Salat
am 20. Mai 2010 um 14:01 Uhr.
Großkotzig?
*kopfschüttel*