Big Brother?

Ich habe heute von einem Verwandten gehört, der vor kurzem in Reha war, dass er das Personal dort einzeln benoten sollte. Wer im Monat nicht eine gewisse Anzahl Punkte erreicht kann gekündigt werden.

Klar verhält man sich Patienten gegenüber höflich aber manchmal bleibt eine Diskussion etc. nicht aus. Und dann? Ich halte von dieser Art der Überwachung nicht viel. Ein bisschen Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern sollte schon sein. Wie seht ihr das?

3 Kommentare zu “Big Brother?”

  1. Ingmar

    Zwiespältig würde ich sagen: Prinzipiell finde ich eine Bewertung der Mitarbeiter gar nicht schlecht. Allerdings sollte sowas weitergehen, als ein reines Notensystem. Vielleicht ein kleiner Text, der diese Note erklärt, da es ja wie du bereits erwähnt hast, schnell zu Missverständnissen kommen kann. Am Besten wäre es ja, die Noten gänzlich wegzulassen. Wichtig ist zudem, jemanden zu haben, der diese Aussagen wirklich sachlich analysiert und nicht bloß demjenigen, über den die Beschwerde handelt den schwarzen Peter zuschiebt. Ein Kündigungsgrund darf eine solche Bewertung allerdings niemals sein!
    P.S.: Hast du auch Probleme mit Spambots? Da gibts eine schönere Lösung für als die Captchas. Kannst dich ja mal bei mir melden, ich hab’s bereits in den Griff bekommen. (Ich brauche gerade den dritten Versuch, um den Captcha richtig einzugeben ;) )

  2. INTensivling

    Ziemlich daneben, weil es nichts über die Qualität aussagt. Laien können nicht beurteilen, ob das was da gerade gemacht wird, fachlich korrekt ist (Stichwort: Verbandswechsel, Braunüle anspülen…), sondern benoten nach Sympathie.
    Da bekommt dann die Kollegin, die unteril arbeitet und grob fahrlässig pflegt Topnoten, weil sie ansonsten nix macht und viel mit dem Patienten schwätzt, während gute KollegInnen gefeuert werden, weil sie sich den Arsch abarbeiten, und wenig Zeit für Plaudereien haben.

    Und wieder sage ich: Ein Glück, dass sowas auf Intensivstationen nie funktionieren wird :-)

  3. Viva

    Das hört sich ja furchtbar an. Ich hab da die selben Bedenken wie Intensivling. Und Rachebewertungen und “Erpressungen” sind dann wohl auch an der Tagesordnung (“Schwester, ich hätt gern eine Brezel!” – “Ja, unten haben wir einen Bäcker, der hat bis 6 auf.” – “Holen Sie mir sofort eine Brezel oder ich beschwere mich über Sie! Das ist ihr Job!”).

    Klar sollte man sich so oder so nichts anmerken lassen, aber mit manches Patienten kann man einfach nicht so und ist da eher.. distanziert und sachlich. Natürlich immer auf höflicher und professioneller Ebene mit ihm umgehen, das ist selbstverständlich (wenn mir jemand sagt, dass er jeden Menschen unvoreingenommen sympathisch findet, der lügt ziemlich wahrscheinlich.) – aber sowas wird ja auch negativ aufgefasst, weil man mit Schwester Hilde viel besser lachen konnte.

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