Wie der Titel vermuten lässt war es heute Nacht sehr stressig. Es fing alles ganz ruhig an. Ich machte wie immer meine Runde, als mich die Zentrale anrief und mich fragte ob ich Zeit hätte. Ich bejahte und er fuhr fort. Es wäre soviel los und er hätte einen Patienten mit Atemnot sitzen der dringend in die Ambulanz müsse. Ich brach meine Runde ab, sagte auf der Nachbarstation Bescheid und ging nach unten.
Mit dem Patienten in der Ambulanz angekommen stürmten direkt Angehörige auf mich ein. Die Schwester mitsamt Ärztin wären ohne ein weiteres Wort verschwunden und sie wollten wissen wie es nun weitergehe. Ich ging kurz zu den beiden Patienten die in den Behandlungsräumen saßen, fragte ob alles ok sei oder sie etwas brauchen würden und rief dann in der Zentrale an, um zu erfahren wo die Kolleginnen abgeblieben sind.
Ich erfuhr, dass das Notfallteam auf unsere Herzstation gerufen wurde. Um den Unmut der wartenen nicht noch höher zu treiben, blieb ich in der Ambulanz bis beide wiederkamen. Nun konnte ich mich wieder meiner Arbeit widmen.
Bei mir auf der Station angekommen machte ich die Runde weiter. Die Patienten waren alle sehr unruhig und klingelten sehr häufig aus unterschiedlichen Gründen. Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, musste ich mich auch schon auf den Weg zur Pausenvertretung machen. Zum Glück war es dort ruhig.
Nach der Vertretung ging ich mit dem Wunsch zurück, dass es noch so ruhig war wie vor der Vertretung. Dieser Wunsch erfüllte sich leider nur für 10 Minuten. Als mein Telefon klingelte, ahnte ich schon nichts gutes und ich sollte recht bekommen. Die Kollegin der Nachbarstationen rief an und bat mich sofort rüberzukommen. Ich ging also schnell rüber und sah, dass sie bereits 2 Patienten auf den Flur geschoben hatte.
Sie erzählte mir kurz, dass die beiden sich den Katheder und die Viggo gezogen hätten und auch sonst leicht aggressiv wären. Sie bat mich etwas auf die beiden zu achten, da sie noch einen Patienten hätte, der im Sterben läge. Im gleichen Moment kam ein dritter Patient auf den Flur. Ich fragte ihn, ob er was brauchen würde oder er mal müsse. Er sah die beiden Patienten auf dem Flur und fing an sich aufzuregen. Er könne nicht verstehen wie es hier zugehen würde und die Polizei würde das ganz sicher interressieren. Ich versuchte ihn zu beruhigen und die Situation zu klären, aber es half nichts.
Er steigerte sich dermassen rein, dass er sogar handgreiflich wurde und rumschrie. Nachdem alles überhand nahm, rief ich nach der Kollegin und wir bugsierten ihn zu zweit ins Bett. Da er dort aber richtig aufdrehte fixierten wir ihn und riefen den Arzt an. Dieser gab ihm dann ein Beruhigungs- und schlafmittel.
Als sich alles etwas beruhigt hatte, konnte ich mit mitlerweile knurrendem Magen endlich wieder auf meine Station. Solche Nächte brauche ich wirklich nicht immer….